Ina Lickert bei der Biathlon Jugend-WM
Für Ina Lickert von der SZ Breitnau wurde die Teilnahme an den Jugend- und Junioren-Weltmeisterschaften im Biathlon am Arber zu einem unvergesslichen Erlebnis – sportlich wie emotional. Dass die 16-Jährige überhaupt an den Start gehen würde, war lange alles andere als sicher oder vorhersehbar.
„Ich habe das gar nicht erwartet“, blickt Ina zurück. Nach einem eher schwachen Auftritt in Oberhof, bei dem „komplett der Stecker gezogen“ war, wurde schließlich Eisenmangel als Ursache festgestellt. Nach der Behandlung ging es schnell wieder bergauf – und gemeinsam mit den Trainern fiel die mutige Entscheidung, sich bei Alpencup am Notschrei in der höheren Altersklasse zu behaupten. Mit Erfolg: Die JWM-Nominierung folgte überraschend, überbracht von Trainer Steffen Hauswald auf seine ganz eigene Art. „Ich dachte erst, ich bekomme Ärger – und dann hat er mir gratuliert“, erzählt Ina.
Schon vor dem ersten Start war die Aufregung groß. Schließlich traf sich am Arber die internationale Nachwuchselite. „Zu wissen, dass ich da dazugehöre, ist einfach überwältigend“, so die junge Athletin, die seit diesem Schuljahr das Skiinternat in Furtwangen besucht.
Sportlich zeigte Ina trotz schwieriger Bedingungen eine starke Leistungen. Bei frühlingshaften Temperaturen und weichem, kräftezehrendem Schnee kämpfte sie sich im Sprint über 6 Kilometer mit nur einem Schießfehler auf einen guten 21. Platz. Im Massenstart verhinderten mehrere Fehler am Schießstand eine bessere Platzierung, dennoch erreichte sie Rang 30. Einen besonderen Erfolg feierte sie gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen Carlotta Nößler und Katharina Staller in der Staffel: Das Trio belegte einen starken 6. Platz.

Die Weltmeisterschaft war für Ina jedoch weit mehr als nur ein Wettkampf. Bereits die Vorbereitungswoche in Oberhof, bei der das Team in einer Kaserne untergebracht war, schweißte die Athletinnen und Athleten zusammen. Ein gemeinsamer Hüttenabend im Regen blieb dabei ebenso in Erinnerung wie die Eröffnungsfeier mit allen Nationen. „In dem Moment wurde einem erst richtig klar, wie besonders das alles ist“, beschreibt Ina die Atmosphäre.
Von der Ski Zunft waren vor ihr mit Benedikt Doll (3x), Fabian Rießle (2x), Tobias Simon, Nico Faller und Timo Wangler (je 1x) erst fünf Sportler vor ihr bei einer JWM am Start. Ina ist die erste Sportlerin aus Breitnau, der dies gelang. „Für einen kleinen Ort wie unseren ist das schon Beeindruckend. Es zeigt welche super Arbeit unsere Trainerinnen und Trainer in der Ski Zunft leisten, um junge Menschen für den Sport zu begeistern“, sagt SZ-Vorstand Thorsten Kratzner.

